Am 30. Mai ist der Weltuntergang dudelte früher das Radio im Wohnzimmer immer wieder, wenn die ersten wirklich wärmenden Sonnenstrahlen zu Beginn des Wonnemonats Hoffnungen auf mehr machten. Nur noch kurz die Welt retten?  Einfach so dahingerapt – auch nicht besser  als die  winzigen Hoffnungen, die aufkeimten, als die  herbeikatastrophierte  Maya-Apokalypse am 21.12.2012  zerbröselte wie  die Mauern von Jericho,  nur Gott weiß, wie nötig solche gewesen wären, wenn es Ison, der Komet aus der Finsternis, im November  2013  wirklich bis vor unsere Haustür geschafft hätte, eine  Verschnaufpause bloß, soviel ist klar,  bedenkt man allen Ernstes,  was die  die richtigen Wikinger angeblich prophezeit haben, nur Lästermäuler denken hier an Hägar, auch wenn das durchaus seiner mettrunkenen Kampfesfreude hätte entsprungen sein können:  Der Fenriswolf und die Midgardschlange  werden befreit und machen, Hägar hin oder her, Odin und den anderen Göttern in Walhalla den Garaus, und das schon am 22. Februar   des laufenden Jahres 2014.  Nur noch kurz die Welt retten?  Verdammt kurz, Tim Bendzko, verdammt kurz … Da verschafft der Nummer-1-Hit von 1954 Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang, sofern man ihm glauben kann, von heute aus betrachtet, doch noch mehr als nur ein paar Wochen mehr Luft:
Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang
wir leben nicht, wir leben nicht mehr lang.
Doch keiner weiß in welchem Jahr
und das ist wunderbar. 

Wenn man wenigstens wüsste, an welchem Wochentag das Ganze steigen soll, könnte man am Doomsday wenigstens dabei sein.  Denn, wer den globalen Showdown nicht verpassen will, sollte künftig dienstags zu Hause bleiben und Fenster und Türen verriegeln. Dienstags, so hat man gerade in England herausgefunden, ist die Wahrscheinlichkeit nämlich besonders hoch, von einem Auftragskiller ermordet zu werden. Wäre doch schade drum …

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