Nun ist Latein ja meist nichts für schlichte Gemüter, und auch das Jägerlatein ist für die meisten Zeitgenossen mehr Fachchinesisch als Fachjargon, aber in einem bestimmten Setting (wie sagt da der Lateiner?) eben noch immer erste Wahl. Mehr als verständlich, wenn einem Oktoberfestbesucher nach durchzechter Nacht mehr nach Ländler im Dirndl-Look, als nach Lambada mit Olga im Latino-Outfit zu mute ist, wenn er seiner Sinne wieder einigermaßen mächtig wird. Bei Jennifer Lopez, der Latina schlechthin (viele Bierzeltbesucher behaupten, sie würden sie auf hundert Metern von hinten erkennen) wäre selbst ein trinkfester Weißbier-Frauen-Stratege am Morgen danach schnell mit seinem Latein am Ende. Nun hat die Lust auf eine Latina, zugegebenermaßen so viel mit der Lust auf Latein zu tun, wie Desperate Housewives mit dem Bellum Gallicum, aber was dem einen mit dem Blick auf das Eine am liebsten 89-65-92 (hier müssen angesichts der miserablen Faktenlage die Körpermaße von Heidi Klum, der Domina von Germany’s Next Topmodel herhalten) sind, ist dem anderen lieber das Gallia est omnis divisa on partes tres. Nur ganz Hartgesottenen, man kann sie ohne weiteres zur (Latein-)Elite des Landes zählen, ist der ewige Hickhack um Latina und Latinum, sei es groß oder klein, einerlei. Statt moin moin, gutnmorjn, hi, hallöchen oder hallo Alter lässt man beim Zusammentreffen mit einer Latina einfach ein Benedicamus domina (für Nichtlateiner: man spricht das Ganze wie man es liest, das c wie ein k) fallen, was, etwas frei übersetzt, etwa so viel heißt wie: Mann eij, wow. Folgt dieser klaren Ansprache ein Graçias der Latina dann steht einer gemeinsamen Lateinstunde eigentlich nicht mehr viel entgegen und das Domina-A kann sich getrost wieder zum ursprünglichen Domino-O wandeln: Benedicamus domino.

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