Ist die Prämisse akzeptiert „Der Mensch ist, was er isst.“, dann macht es keine Schwierigkeiten das Ganze umzudrehen. Und dabei kommt nicht mehr und nicht weniger heraus, was man schon vorher, nur mit umgekehrtem Vorzeichen wusste. So verwundert es nicht, dass ein spirgeliger Schlacks von Mensch eben so gut wie nichts isst, sieht man ihn an, ist er ja auch irgendwie ein Nichts, nur Haut und Knochen eben. Ein rechter Mann, so meine Großmutter väterlicherseits, die musste es schließlich wissen, trägt Bauch. Und wer Bauch tragen will, bekommt dies eben nicht geschenkt. Eine gute, immer gehaltvolle Küche, vollgestopfter Kühlschrank, Chips und eine ganze Reihe sorgsame ausgewählter Verstecke für die eiserne Reserve von mindestens 4 Tafeln feinster Schokolade, Rum-Trauben-Nuss oder ähnliche Verführer, gehören dazu. Und dann eine Menge Mut zur Selbstoffenbarung dessen, was eh alle wissen, wenn man an jedem, sagen wir jedem zweiten Imbissstand beim Stadtrundgang stehen bleibt, und sich an die Arbeit macht: Ich esse zuviel, ich weiß. Und: Fette Sachen sind ungesund! Und weiter: Schau mal den an, ist ja kein Wunder, dass der so dick ist. Ein Fettsack eben, und ein Fettsack isst eben, was er ist. Nicht leicht anders zu sein, wenn alle anderen das meinen. Der generalisierte Andere im eigenen Selbst sorgt dafür, dass man es nie vergisst: Der Mensch isst, was er ist – und umgekehrt.

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